LimnoNetz: Unser Messnetz wird ein offenes Netz für alle Vereine
Die Gewässerüberwachung zieht aus Petri Heil! aus und wird eigenständig, damit jeder Verein mitmachen kann
Pegel und Wassertemperatur an kleinen Gewässern sind zu wertvoll, um in einer einzelnen Software zu stecken. Deshalb wird daraus LimnoNetz: ein offenes, vereinsoftware-unabhängiges Messnetz. Petri Heil! macht als erster Teilnehmer mit, über dieselben Schnittstellen wie alle anderen.
Kurz gesagt
- Aus unserer Gewässerüberwachung wird LimnoNetz: ein eigenständiges, offenes Messnetz für Pegel und Wassertemperatur an kleinen Gewässern.
- Offen heißt offen: Jeder Angelverein kann mitmachen, völlig egal, welche Vereinssoftware er nutzt. Petri Heil! ist keine Voraussetzung.
- Petri Heil! wird Teilnehmer Nr. 1: Wir bauen unsere Gewässerfunktionen auf LimnoNetz auf, über dieselben öffentlichen Schnittstellen wie jeder andere auch.
- Eure Daten bleiben eure Daten: Pro Station entscheidet ihr, ob Werte privat bleiben, nur anonym in Auswertungen einfließen oder öffentlich sichtbar sind.
Kurzer Rückblick: wie es dazu kam
Wer diese Blogreihe verfolgt, kennt den Weg: Erst haben wir unsere Gewässer mit Sensoren vernetzt, dann den Wassersensor als Open Source veröffentlicht, und zuletzt gezeigt, wie ihr per LoRaWAN oder NB-IoT eure Messwerte ohne Bastelei ins Netz bekommt.
Dabei ist uns etwas aufgefallen: Die Messdaten selbst sind viel zu schade, um in einer einzelnen Vereinssoftware eingesperrt zu sein. Ein Pegelstand interessiert nicht nur euren Verein, sondern den Nachbarverein flussabwärts, den Verband und alle, die sich um kleine Gewässer kümmern. Also haben wir eine Entscheidung getroffen.
Was ist LimnoNetz?
LimnoNetz ist ein eigenständiges, deutschlandweites Messnetz für Angelvereine: Wasserstand und Wassertemperatur an kleinen Bächen, Flüssen und Weihern, also genau den Gewässern, für die es amtliche Pegel meist nicht gibt. Die Technik kennt ihr aus dieser Blogreihe: wartungsarme Funksensoren mit jahrelanger Batterielaufzeit, angebunden per LoRaWAN oder NB-IoT.
Betrieben wird LimnoNetz von Zilicon IT Services, dem Team hinter Petri Heil!. Los geht es in Baden-Württemberg, gedacht ist das Netz aber von Anfang an für ganz Deutschland: Verband und Region sind fest eingebaut, nicht nachträglich angeflanscht.
Offen heißt: ohne Petri Heil! nutzbar
Das Wichtigste zuerst, weil es uns ernst ist: LimnoNetz setzt Petri Heil! nicht voraus. Ein Verein, der eine andere Vereinssoftware nutzt oder gar keine, kann genauso teilnehmen, seine Stationen verwalten und seine Daten sehen. Die Anmeldung, die Datenschnittstellen, die einbettbaren Diagramme: alles öffentliche, dokumentierte Wege, die jedem offenstehen.
Und Petri Heil!? Wird Teilnehmer Nummer eins. Wir bauen unsere Gewässerüberwachung Schritt für Schritt so um, dass sie auf LimnoNetz aufsetzt, und zwar über exakt dieselben öffentlichen Schnittstellen, die auch jede andere Software nutzen würde. Keine Hintertür, kein Sonderkabel. Wenn wir es uns bequem machen würden, wäre das Netz nicht wirklich offen, und genau das wollen wir nicht.
Ein Messnetz ist so viel wert wie die Zahl der Gewässer, die mitmachen. Deshalb darf die Eintrittskarte nicht der Name der Vereinssoftware sein.
Was heißt das für euch als Petri-Heil!-Verein?
Erst mal: gar nichts. Eure Sensoren funken weiter, eure Diagramme bleiben da, wo sie sind. Die Umstellung passiert im Hintergrund und in Etappen; bestehende Geräte und Messhistorien nehmen wir mit. Sobald euer Verein an der Reihe ist, melden wir uns rechtzeitig, und ihr bekommt mit LimnoNetz eher mehr als vorher: den Blick über den eigenen Tellerrand auf die Gewässer eurer Region.
Wo steht das Projekt gerade?
Ehrliche Antwort: am Anfang, und zwar ganz bewusst öffentlich. Unter limnonetz.de findet ihr schon jetzt das Schaufenster mit FAQ; die Plattform selbst öffnet schrittweise, Verein für Verein. Finanziert wird der Aufbau derzeit über Spenden, damit die Teilnahme für Vereine erschwinglich bleibt. Wenn euer Verein Interesse hat, früh dabei zu sein, meldet euch, wir freuen uns über jeden Bach, der dazukommt.